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Eine Storyline ist ein vom Board of Directors entwickelter Handlungsstrang innerhalb einer oder mehrerer Wrestlingorganisationen. Hierbei handelt es sich um eine Art von Drehbuch, die inzwischen bei der WWE von professionellen Drehbuchautoren nach deren Vorgaben verfasst werden. In kleineren Ligen existieren so genannte Creative-Teams, die zusammen mit den Offiziellen die Storyline oder auch nur einzelne Angles ausarbeiten.

Storylines sind in der Regel auf längere Zeit angelegt und werden meist auf einer bedeutenden Großveranstaltung mit dem Hauptmatch des Abends, dem so genannten Main Event, abgeschlossen. Erweist sich eine Storyline für die entsprechende Promotion als sehr erfolgreich, so werden aufgrund dessen Fortsetzungen geschrieben, welche unter Umstände mehrere Jahre umfassen können.

Zweck der Storyline und Kayfabe Bearbeiten

Hauptzweck einer Storyline ist es, dem Publikum die einzelnen Handlungsstränge zwischen einzelnen Wrestlern bzw. um diverse Stables plausibel nahezubringen. Deswegen beinhalten Storylines auch vielfach Komponenten aus dem realen Leben der Wrestler. So werden beispielsweise private Probleme aufgegriffen und weiterentwickelt. Dieses geschieht auch, um Wrestling als "echt" und die Matches als reale Kämpfe zu verkaufen. Um dieses zu erreichen, wurde in den Wrestlingligen ab ca. 1930 das so genannte Kayfabe eingeführt. Doch gegen Ende der 1990er Jahre begann die damalige World Wrestling Federation, dieses Kayfabe aufzulösen. So begann diese Promotion, öffentlich Stellen als Storyline-Schreiber auszuschreiben und diesbezügliche Stellenangebote in den großen Zeitungen Hollywoods zu schalten und gezielt Drehbuchautoren einzubauen.

So bildet die Storyline im heutigen Sports Entertainment, wie es vor allem bei den großen US-amerikanischen Promotionen World Wrestling Entertainment, Total Nonstop Action Wrestling auf der einen und bei Ring Of Honor als größte unabhängige Promotion auf der anderen Seite praktiziert wird, die wichtigste Rolle. Durch diese wird das Interesse des Publikums an diesen Ligen und deren Wrestler geweckt. Dagegen wird in der übrigen unabhängigen Wrestlingszene auf eine detaillierte Storyline nicht so einen großen Wert gelegt. Deren Schwerpunkt liegt nicht auf der "Unterhaltung", sondern mehr auf dem "sportlichen" Teil des Wrestlings. So werden bei reinen Indenpendent-Ligen wie der CZW, der IWA oder der wXw die einzelnen Storylines in der Regel auch nur für vier bis zwölf Wochen ausgearbeitet. Länger eingebundene Handlungsstränge bilden dort eher die Ausnahme, laufen dort aber auch sehr erfolgreich.

Die im Wrestling erlittenen Verletzungen, bei denen ein Wrestler pausieren muss, entsprechen in der Regel der Storyline. Wenn ein Wrestler sich – aus privaten oder gesundheitlichen Gründen – eine Auszeit nehmen möchte oder muss, so wird er mit einer in einem Match "schwerwiegenden Verletzung" aus der aktuellen Storyline herausgeschrieben.

Fehden zwischen Wrestlern und Stables Bearbeiten

Die künstlich entwickelten Auseinandersetzungen zwischen Wrestlern werden dem Publikum als Fehden verkauft. Diese so genannten "Fehden" umfassen damit Wrestler des Einzel- und des Tag-Team-Bereiches.

Auch die so genannten Stables in den jeweiligen Ligen laufen unter dem Gesichtspunkt einer Storyline. Aber diese können auch ein uneingeplantes Eigenleben entwickeln. So wurden beispielsweise die Four Horsemen als reines Gimmick gegründet und rund um den damaligen NWA-Champion Ric Flair aufgebaut. Doch im Laufe der Zeit wurde diese Gruppierung sowohl in der National Wrestling Alliance als auch in der WCW zu einem realen Machtfaktor, der vor allem den Backstage-Bereich kontrollierte.

Wrestling-Titel Bearbeiten

Diese bilden im Wrestling einen wesentlichen Teil der Storyline. Mit dem Erhalt eines untergeordneten Ligentitels beginnt der Aufbau eines Wrestlers zum Star. Die Liga zeigt damit an, dass sie in diesem ein großes Potential sieht und er nun von der Promotion gefördert wird. Der Erhalt einer Championship wird vertraglich für eine bestimmte Dauer fest vereinbart.

Der Karrierehöhepunkt eines Wrestlers ist der Erhalt des höchsten Titels der Promotion. Bei den großen Verbänden wie der WWE, TNA und der NWA ist dieses ein Welttitel, bei den kleineren Verbänden der regionale Schwergewichtstitel.

Bei der National Wrestling Alliance und in der Independent-Szene bekommen nur amtierende Champions einen Festvertrag. Dieser verpflichtet den amtierenden Champion, seinen Titel nur in der entsprechenden Promotion zu verteidigen. Damit wird verhindert, dass ein Champion ohne Wissen seiner Hauptliga in einer anderen Promotion seinen Titel verteidigen und womöglich verlieren wird. Wo dieses jedoch geschieht basiert wieder auf einer zuvor ausgearbeiteten Storyline, der ein zuvor abgeschlossener Kooperationsvertrag zwischen den betreffenden Promotionen erfolgte.

Die Besonderheit in der NWA ist jedoch, das Welttitel in den gesamten Mitgliedsverbänden weltweit ausgetragen werden, regionale jedoch nur im entsprechenden Wrestling-Territorium.

Plötzliche Titelverluste sind meist Folgen von Geschehnissen, die nicht eingeplant wurden. So können beispielsweise reale Verletzungen, aufgrund derer sich der amtierende Champion eine ungewisse Zeit vom Wrestling zurückziehen muss, oder eine Suspendierung aufgrund eines negativen Auffallens in der Öffentlichkeit, oder Verstoß gegen diverse Regeln einer Promotion die entsprechenden Titel unerwartet wechseln.

Sonderfälle "Hooker-Match" und "Screwjob" Bearbeiten

Hooker-Match Bearbeiten

Einen der zwei Sonderfälle bildet das so genannte Hooker-Match. Dieses wird angesetzt, wenn sich ein Wrestler oder ein Champion nicht an die abgesprochenen Handlungsstränge einer Storyline hält oder Matchabläufe während einer Show eigenmächtig abwandelt und so nicht nur die betreffende Show, sondern vielmehr auch die Gesundheit aller Akteure gefährdet. In einem solchen Fall setzen die verantwortlichen Promotionen dann ein solches Hooker-Match an. Dieses ist kein Teil der Storyline sondern reale Auseinandersetzungen, bei denen der betreffende Wrestler durch einen ihm in allen Punkten überlegenden Gegner öffentlich abgefertigt wird. Bei Titelträger ist damit in der Regel auch ein Titelverlust verbunden und der Hooker ist für eine gewisse Zeit ein Übergangschampion, bis eine neue Storyline bezüglich der neuen Situation ausgearbeitet wurde.

In den großen Wrestling-Verbänden sind diese Hooker-Matches heute sehr selten. Im Independent-Bereich sind sie jedoch noch öfters anzutreffen. Erkennbar sind solche Matches in der Regel daran, dass der betreffende Wrestler meist bei einer Promo oder Interview im Rahmen einer Show durch einen der anwesenden Offiziellen (in der Regel durch den hauptverantwortlichen Booker) unerwartet darüber in Kenntnis gesetzt wird, dass er noch am gleichen Abend noch ein Match bestreiten wird. Echte Hooker-Matches zeichnen sich dadurch aus, dass der Gegner erst wenige Minuten vor Beginn des Matches – meist wenn der Wrestler und der Referee schon im Ring sind – bekannt gegeben wird. So wird vermieden, dass sich der abzustrafende Wrestler auf seinen Kontrahenten einstellen kann.

Die Marktführer wie WWE führen ihre Hooker-Matches allgemein nur noch im Rahmen einer ausgearbeiteten Storyline.

Screwjob Bearbeiten

Den anderen Sonderfall bildet der so genannte Screwjob. Dieser führt einen Bruch der laufenden Storyline von Seiten der Offiziellen bei. Das heißt, von Seiten der Geschäftsführung und der Booker. Das bekannteste Beispiel bildet der Montreal Screwjob von 1997. Bei diesem wurde in Kanada Bret Hart um das reguläre Ende seiner aktiven Laufbahn in der damaligen World Wrestling Federation betrogen, als deren Eigentümer Vince McMahon das entscheidende Match vorzeitig abläuten und Hart somit verlieren ließ.

Ein ähnlich gelagerter Fall passierte auch der Wrestlerin Wendy Richter am 25. November 1985 in der WWF, als sie ihren Titel bei der ersten WrestleMania als amtierende WWF-Damen-Championess vorzeitig an ihre ehemalige Mentorin Fabulous Moolah verlor. Moolah wurde von Vince McMahon bei diesem Screwjob als "Hooker" eingesetzt, da sich Richter mehrmals weigerte, ihren Titel abzugeben, da sich die Storyline zwischenzeitlich geändert hatte. In Folge dieser neuen Storyline sollte Richters Kontrahentin, eine unbekannte und maskierte Wrestlerin, neue Damen-Championess werden. Nach dem unvorhergesehenen Titelverlust entpuppte sich die maskierte Unbekannte namens The Spider Lady als Wendy Richters langjährige Mentorin.

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